Ausgangslage und Problemstellung
In einer Zeit, in der Menschen eine längere Lebenserwartung haben, aber nicht unbedingt diese auch gesund erreichen, wird Hilfe zur Selbsthilfe immer unverzichtbarer. Bedingt durch weniger Rente und andere Sozialleistungskürzungen, werden mehr und mehr Mitmenschen in die Altersarmut getrieben. Besonders für sozial bedürftige Senioren mit Haustieren gibt es im mittelfränkischen Raum keine geeigneten Wohnmöglichkeiten.
Die kostenlose mobile Tierambulanz des Vereins Hundenothilfe Pro Canis e.V. für wohnungslose und bedürftige Mitbürger hat seit 2008 123 Alleinstehende Rentner/Innen nach deren Perspektive im Fall einer Heimunterbringung befragt.
Zwischenergebnis: mehr als 80% der Befragten wollen sich nicht von ihrem Haustier trennen. Meistens besteht keine Bindung an das häusliche Umfeld, weil es ohnehin soziale Brennpunkte sind. Unterstützende Angehörige gibt es in den wenigsten Fällen.
Die einzigen sozialen Kontakte und teilweise auch Betreuung erhalten diese Menschen in Wärmestuben, Notunterkünften, Suppenküchen und ähnlichen Einrichtungen. "Tiere binden alte Menschen ans Leben und wirken oft besser als jedes Medikament" so die Aussage von Prof. Dr. Ehrhard Olbrich von der Universität Erlangen-Nürnberg. Er sagt weiter: "Heimtiere wirken als Prophylaxe gegen Einsamkeit, sozialen Rückzug, Resignation und Depression."
Weitere Literaturangabe: KDA, Kuratorium Deutsche Altenhilfe "Tiere öffnen Welten?
Der Verein Pro Canis hat während seiner Sozialtouren für die Tiere die zum Teil prekären Wohnverhältnisse kennen gelernt, in denen diese alten Menschen leben müssen.
Um diesen Menschen ein menschenwürdiges, altersgerechtes Leben mit Ihren Tieren zu ermöglichen, planen wir folgendes Projekt im Nürnberger Umland: Eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für bedürftige Senioren nach § 53 AO Die besonderen Merkmale dieser Einrichtung sind:
In einer Wohngruppe leben 8-10 Senioren. Diese treten einzeln als Mieter mit Einzelmietvertrag auf.
|
Die Gemeinschaftsräume wie Küche, Wohnzimmer oder Garten werden gemeinschaftlich genutzt, jeder Mieter hat mit seinem eigenen Zimmer einen separaten privaten Bereich. Die Mieter oder deren Betreuer beauftragen den Pflegedienst, soweit erforderlich, selber.
Seitens der Mieter hat der Mietvertrag lebenslange Gültigkeit, kann aber von diesen gekündigt werden. Die Haustierhaltung wird vom Tierschutzverein Hundenothilfe Pro Canis e.V. kostenlos unterstützt. Hierzu zählt auch die Unterbringung, medizinische Betreuung und Ernährung der Tiere.
Das gesamte Gebäude soll in ökologischer Bauweise mit Photovoltaikstrom, Regenwasserrückgewinnung, Blockheizwerk ausgerüstet werden.
Ziel und Zweck der Einrichtung: Die menschenwürdige Unterbringung von bedürftigen Senioren mit ihren Haustieren.
Leistung und Gegenleistung: Grundsätzlich soll den Mietern ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden. Dazu gehört auch, dass Dinge des täglichen Lebens wie Kochen, Putzen, Waschen, Gartenarbeit, von diesen selbst erledigt werden.
Zur Förderung der Selbstständigkeit sollen die Mieter sich gegenseitig unterstützen. Falls die eigene Arbeitskraft nicht ausreicht, und auf Wunsch der Bewohner bieten die Mitglieder des Vereins ASW und der Hundenothilfe Pro Canis ihre laufende ehrenamtliche und kostenlose Hilfe bei der Hauswirtschaft, Kochen, Begleitung zu Behörden, Ärzten, Versorgung der Haustiere usw. an.
Der Verein ASW unterhält im Haus als Anlaufstelle ein Büro.
Es sollen 8-10 Einzelzimmer vermietet werden plus den dazugehörigen Gemeinschaftsräumen, Wirtschafträumen und Außenanlagen. Die Miete soll sich am Mietspiegel orientieren und vom Verein aus dessen Einnahmen nach Möglichkeit aufgestockt werden. Die Leistungen einer ambulanten Betreuung, oder über die Möglichkeiten des Vereins hinausgehenden Betreuung müssen vom Mieter oder dessen Angehörigen selbst organisiert und beglichen werden.
Weitere Informationen zu Thema "Tiere öffnen Welten" unter: www.kda.de www.wg-obersteinbach.de www.therapiehunde.de *Zitate mit freundlicher Genehmigung des KDA |